Christus ernst nehmen

Ein großes Übel, eines das man nicht überschätzen kann, ist es, dass wir Gott, dass wir Christus nicht ernst nehmen. Alle möglichen und unmöglichen Vorstellungen von Gott, versperren uns einen aufrichtigen Blick in die Augen Jesu. Um vielleicht nur einmal wirklich ernst zu sein. Um einmal ernst zu machen und endlich mit diesem Schauspiel und Affentheater aufzuhören, das wir uns selbst, der Welt und Gott vorspielen.

Es ist wahrhaftig furchtbar, dass wir in der Lage sind, uns derartig zu verstellen und ein solch undurchdringliches Netz aus Illusionen um unser inneres Auge, um unseren Verstand zu binden.

Schauen wir Christus doch einmal wirklich, mit einem echten und ungespielten Ernst in die Augen und nennen das was in uns vorgeht, schonungslos und ohne Umschweife.

Wahrheit ist nicht käuflich

Weder Lüge, noch Betrug, noch Verleumdung noch Irrtum können mit der Wahrheit eine Einheit bilden.

Das bedeutet, wenn du die Wahrheit verleumdest, dich und andere belügst und betrügst – es gibt ja auch so etwas wie Selbstbetrug, oder wenn du dich irrst, wirst du die Wahrheit, die in deinem Herzen verborgen ist weder finden, noch erkennen.

Das aber bedeutet, dass du fortwährend, vielleicht bis zu deinem Tod in Lüge und Betrug, in Verleumdung und Irrtum leben wirst.

Deine Entscheidung.

Himmel oder Hölle

Es ist die Hölle nicht zu wissen, oder nicht zu glauben dass man wirklich bedingungslos von Jesus Christus geliebt wird.

Es ist der Himmel, bis auf den Tod unerschütterlich fest zu wissen, dass man wirklich und bedingungslos von Jesus Christus geliebt wird.

Wir alle sind sehr unglücklich, da wir diese Liebe haben ziehen lassen. Darum suchen wir nach billigem Ersatz, aber tief in uns spüren oder ahnen wir, dass nichts wirklich ausreicht.

Nur die Liebe Jesu erfüllt diese Sehnsucht geliebt zu sein, ganz und gar.

Was ist Gebet?

Bevor ich schreibe was Gebet ist, schreibe ich was Gebet nicht ist. Gebet ist keine Zauberei und die Worte des Gebetes sind weder Beschwörung noch Zauberformeln. Es geht nicht darum Gott wie einen Sklaven, oder Diener meiner Wünsche zu behandeln.

Gebet ist die Zwiesprache des Schöpfers mit dem Geschöpf und umgekehrt. Die Formen des Gebetes sind sehr vielfältig. In Gruppen und Gemeinschaften, oder auch in Stille und Einsamkeit.

Ein Gebet stellt mich zunächst nicht vor Gott, sondern vor mich selbst, denn beim Beten kommt oft all das in den Sinn was mich wirklich beschäftigt. Und das ist vermutlich selten Gott.  Ein betender Mensch, oder ein Mensch der mit dem Gebet ringt, wird von Gott in einer nicht spürbaren Weise aufgefangen und geführt. Sofern der Mensch Gott treu bleibt, bleibt Gott auch dem Menschen treu und führt ihn immer mehr in Sein (Gottes) Geheimnis hinein.  Indem Gott dem Menschen Dinge offenbart, die für den Menschen verborgen waren. Zum Beispiel wahre Selbsterkenntnis, Erkenntnis meines Lebens, der Welt und nicht zuletzt Gottes. Gott führt den Menschen weiter durch Prüfungen und Läuterungen zu einer immer reineren, innigeren und immer mehr intimen Form der Gemeinschaft.

Ziel des Gebetes ist die vollkommene Vereinigung der Seele mit Gott, ohne sich jedoch zu vermischen. Gott ist und bleibt Gott. Mensch ist und bleibt Mensch.

Machtvolles Gebet

Was ist ein „machtvolles Gebet“?  Ein sogenanntes machtvolles Gebet ist nicht das, das Gott bewegt.  Gott ist ohnehin schon hinabgestiegen, in das tiefste menschliche Elend hinein.  Es ist ein Gebet, welches das menschliche Herz aus kaltem Stein bewegt und zermürbt, um Illusionen zu brechen, Stolz und Egoismus und um den Menschen wirklich in die Gegenwart Gottes zu führen.

Das Gebet ist machtvoll, wenn es mit reinem Herzen in der Gegenwart Gottes gesprochen wird.  Der Herr spricht: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir“ Mt 15,8

Und weiter sagt der Herr: „Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten“ Joh 4,24

Wollen wir also wirklich, dass Gott unsere Gebete hört, müssen wir alles ablegen was unser Herz belastet, es unrein macht.  Etwa Gier und Habsucht, Hader und Zwietracht.  Vor allem aber ist wichtig, dass wir vergeben und verzeihen. Nicht nur anderen Menschen, sondern ebenso uns selbst. Dann bringen wir unsere Bitten mit Dank vor Gott.

Kreuzesliebe

Manche Menschen, bzw. Gruppen besingen das Kreuz Jesu, und bekunden ihre Liebe und geistige Nähe dazu. Grundsätzlich ist dies auch sehr lobenswert!
Meines Erachtens stellt sich jedoch die Frage, ob mit dem Kreuz, Leid und Schmerz assoziiert wird. Sind diese Menschen bereit, ihre Liebe und geistige Nähe zu Schmerzen und Leiden zu bekunden?
Wenn das so ist, so haben sie gewiss einen hohen Stand der Selbsthingabe erreicht. Wenn aber nicht, so halte ich es für möglich, oder sogar für wahrscheinlich, dass dies einer gewissen Unreife und Eitelkeit entspringt.
Wir alle dürfen uns des Kreuzes, doch vor allem des Herrn Jesus Christus und zwar als den gekreuzigten rühmen, denn Sein Werk ist unermesslich. Die Liebe zum Kreuz zu bekunden und gleichzeitig Schmerz und Leid abzulehnen, ist jedoch ein Widerspruch in sich selbst.

Lebensraum

Die Welt sperrt uns in ein dunkles Zimmer, die Tür wird geschlossen und verriegelt, doch es gibt ein Fenster. Dort können wir sehen was uns entgeht. Das alles ist schmerzhaft, es tut weh. Allein in einem dunklen Zimmer eingeschlossen zu sein, das Zimmer nicht verlassen zu können und dabei auch noch zu sehen, wie lustig und munter es draußen zugeht. Dieses Druckmittel funktioniert wunderbar und die Welt macht es sich zunutze, um uns gefügig zu machen. Es gelingt ihr, wir lassen es zu.

Wir hätten es nicht nötig nach draußen zu schauen, wenn das Licht durch das Fenster unserer Herzen, in das Zimmer hineinbrechen würde. Das Licht nämlich, das Gott in uns ausstrahlt. Um dieses Licht zu bemerken, müssen wir uns jedoch in dieses dunkle Zimmer begeben (bzw. sperren lassen) und die Dunkelheit, Vereinsamung, Traurigkeit, Verwundung und was uns sonst noch bewusst wird, für eine Weile aushalten. Diese Weile, das können Tage, Wochen, Monate, oder sogar Jahre sein.

Doch es mag in der Hoffnung geschehen, dass irgendwann das Licht in uns und aus uns heraus (und zwar von Gott her) in diese Dunkelheit durchbricht. Darum halten wir’s aus! In Geduld. Harren wir aus und warten auf den Herrn Jesus Christus.

Vertrautheit mit Gott

Wie oft reden wir vertraut mit Gott über das was uns bewegt? Was uns wichtig, und sogar weniger wichtig ist? Ganz vertraut über unsere Familie, Ehe, Kinder, Haus/Wohnung, Arbeit, Schule usw. einfach über alles. Denn es ist undenkbar, dass Gott uns einfach in dieser vertraulicher Form zu Ihm sprechen lässt und niemals eine Antwort gibt. Meistens nicht in hörbaren Worten, aber z.B. durch Veränderungen, die nicht von uns bewusst angestrebt wurden, oder in Ereignissen usw.

Das ist es was uns so oft fehlt: das einfache, vertrauliche Gespräch mit Gott. Auch dann, wenn es anfangs sehr befremdlich wirkt. Ich selbst fange damit gerade erst an, glaube aber, dass dies ein guter und ein richtiger Weg ist.  Ein Weg der mich wirklich näher zu Gott führt und – wie ich hoffe – zu einer intensiven Begegnung, sowie einer innigen und liebevollen Beziehung zu Ihm.

Vergessen wir dabei aber nie, dass Gott vollkommen heilig und vollkommen rein ist; dass Er der Schöpfer ist, ohne Anfang und ohne Ende. Bei aller Vertrautheit, dürfen wir niemals unsere Ehrfurcht vor Gott vergessen, ablegen oder verlieren.