Bibelstudium

Wir sind daran gewöhnt, das Wort Gottes in der Kirche zu hören. Aber wann beschäftigen wir uns damit wirklich eingängig? Wann studieren wir es, erwägen und überlegen? Wann suchen wir nach Quellen, nach Fragen und nach Antworten? Wer sucht, der findet sagt die Schrift. Umgekehrt können wir also sagen: wer nicht sucht, der nicht findet. Täuscht euch nicht!

Jesus Christus töten

Was bedeutet es Jesus Christus zu töten?  Geht es darum eine Zeitreise zu machen, um Ihn selbst zu kreuzigen, oder wenigstens die Lanze in Seine Seite zu stechen? Nein, nichts dergleichen.

Jesus Christus zu töten, bedeutet Ihn in seinem Herzen zu töten.

Was bedeutet es, Jesus in seinem Herzen zu töten? Um auf diese Frage antworten zu können, muss man wissen was hier mit dem „Herzen“ gemeint ist.  Als das Herz wird das Zentrum, die Quelle und der Ursprung der menschlichen Gedanken bezeichnet. Mk 7,21   Je nach dem welche Gedanken mich umhertreiben, mich motivieren oder behindern, gestalten sich meine Worte und Werke, meine Wege, Ziele und Pläne, Hoffnungen oder Ängste, ja mein ganzes Lebenskonstrukt. Lk 6,45

Jesus zu töten bedeutet also nicht, eine Zeitreise zu machen um Ihn zu kreuzigen, sondern Ihn aus dem eigenen Herzen zu verbannen – zu töten. Aus meinen Gedanken, aus meinem Alltag, meiner Umgebung, aus meiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ihm keinerlei Raum zu schenken, oder zu beteiligen an all dem was mich bewegt oder lähmt. Jesus zu töten heißt also Ihn völlig aus meinem ganzen Leben auszuschließen. Nicht mit Ihm zu rechnen.

Manche Menschen sind davon überzeugt an Gott zu glauben. Sie beten, gehen in die Kirche, zur Beichte, zur Kommunion, Vielleicht sind sie sogar karitativ tätig, oder sie sind Mitlieder in kirchlichen Gremien.  Aber sie lassen Christus keinen Platz in ihrem Herzen und deshalb auch nicht in ihrem Leben. Mt 7,22 Sie sind ähnlich den Wirten, die Maria und Josef nicht in ihre Häuser hinein lassen wollten, damit der Sohn Gottes nicht etwa in ihrer Mitte (in ihrem Herzen) geboren werden und ihnen Sein Heil schenken könnte.

Gott ist (dein) Heil

In Wahrheit ist Gott nicht derjenige, der dich in irgendeiner Art und Weise versklaven, sondern Er ist einer der dir die Augen öffnen will. Einer, der dich auf gewisse Dinge und Umstände aufmerksam machen will. Auf all das böse und schlechte in deinem Leben, das man dir angetan hat. Aber auch, das du anderen angetan hast. Und das nicht, um dich zu vernichten, oder zu quälen, sondern um dich von all dem zu befreien durch echte Vergebung.  Nicht dass Er dir vergibt, denn das tut Er, wenn du Ihn wirklich darum bittest (etwa bei der Beichte), sondern dass du vergibst! Und nicht nur den anderen Menschen, sondern vor allem dir selbst und auch Ihm. Gott.

Und so will Gott dich führen, zur wahren Erkenntnis. Damit du wirklich siehst, was in deinem Herzen ist! Welche Ängste, Sehnsüchte, welche Abgründe, Abscheulichkeiten und Widerwärtigkeiten, aber auch welche Verwundungen und Verletzungen. Ungeheilte Wunden, eiternde Wunden, die du zugeschüttet hast mit dem Schrott aus Disco, Kino oder TV, aus Alkohol oder Sex, vielleicht sogar Spielsucht oder Drogen, aus Wut, Hass und Gewalt.

Diese Wunden will Gott dir zeigen. Sie zärtlich berühren, auch wenn jede noch so zärtliche Berührung für dich einen großen Schmerz bedeuten kann. Er will diese Wunden ans Licht (deines Bewusstseins) bringen damit du sie erblickst, sie erkennst und damit sie in Seinem Licht, in Seiner Wahrheit und Liebe heilen können. Lk 10,33-34

An Gott glauben

Du sagst „es gibt keinen Gott“. Was meinst du aber, was bildet die Gundlage deiner Existenz? Was liegt allen Dingen und Lebewesen gemeinsam zugrunde? Sie sind da! Die Grundlage ihrer Existenz, ist die Wahrheit. Wahrheit in welcher und durch welche sie überhaupt sind!  Wäre es nicht so, wäre ihre Existenz nur vermeintlich. Ein Irrtum oder eine Illusion.
Jesus Christus aber spricht von sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ Joh 14,6   Mache dich also auf den Weg, um die Wahrheit zu finden in der Tiefe deiner selbst und du wirst das Leben finden.

Christus ernst nehmen

Ein großes Übel, eines das man nicht überschätzen kann, ist es, dass wir Gott, dass wir Christus nicht ernst nehmen. Alle möglichen und unmöglichen Vorstellungen von Gott, versperren uns einen aufrichtigen Blick in die Augen Jesu. Um vielleicht nur einmal wirklich ernst zu sein. Um einmal ernst zu machen und endlich mit diesem Schauspiel und Affentheater aufzuhören, das wir uns selbst, der Welt und Gott vorspielen.

Es ist wahrhaftig furchtbar, dass wir in der Lage sind, uns derartig zu verstellen und ein solch undurchdringliches Netz aus Illusionen um unser inneres Auge, um unseren Verstand zu binden.

Schauen wir Christus doch einmal wirklich, mit einem echten und ungespielten Ernst in die Augen und nennen das was in uns vorgeht, schonungslos und ohne Umschweife.

Wahrheit ist nicht käuflich

Weder Lüge, noch Betrug, noch Verleumdung noch Irrtum können mit der Wahrheit eine Einheit bilden.

Das bedeutet, wenn du die Wahrheit verleumdest, dich und andere belügst und betrügst – es gibt ja auch so etwas wie Selbstbetrug, oder wenn du dich irrst, wirst du die Wahrheit, die in deinem Herzen verborgen ist weder finden, noch erkennen.

Das aber bedeutet, dass du fortwährend, vielleicht bis zu deinem Tod in Lüge und Betrug, in Verleumdung und Irrtum leben wirst.

Deine Entscheidung.

Himmel oder Hölle

Es ist die Hölle nicht zu wissen, oder nicht zu glauben dass man wirklich bedingungslos von Jesus Christus geliebt wird.

Es ist der Himmel, bis auf den Tod unerschütterlich fest zu wissen, dass man wirklich und bedingungslos von Jesus Christus geliebt wird.

Wir alle sind sehr unglücklich, da wir diese Liebe haben ziehen lassen. Darum suchen wir nach billigem Ersatz, aber tief in uns spüren oder ahnen wir, dass nichts wirklich ausreicht.

Nur die Liebe Jesu erfüllt diese Sehnsucht geliebt zu sein, ganz und gar.

Was ist Gebet?

Bevor ich schreibe was Gebet ist, schreibe ich was Gebet nicht ist. Gebet ist keine Zauberei und die Worte des Gebetes sind weder Beschwörung noch Zauberformeln. Es geht nicht darum Gott wie einen Sklaven, oder Diener meiner Wünsche zu behandeln.

Gebet ist die Zwiesprache des Schöpfers mit dem Geschöpf und umgekehrt. Die Formen des Gebetes sind sehr vielfältig. In Gruppen und Gemeinschaften, oder auch in Stille und Einsamkeit.

Ein Gebet stellt mich zunächst nicht vor Gott, sondern vor mich selbst, denn beim Beten kommt oft all das in den Sinn was mich wirklich beschäftigt. Und das ist vermutlich selten Gott.  Ein betender Mensch, oder ein Mensch der mit dem Gebet ringt, wird von Gott in einer nicht spürbaren Weise aufgefangen und geführt. Sofern der Mensch Gott treu bleibt, bleibt Gott auch dem Menschen treu und führt ihn immer mehr in Sein (Gottes) Geheimnis hinein.  Indem Gott dem Menschen Dinge offenbart, die für den Menschen verborgen waren. Zum Beispiel wahre Selbsterkenntnis, Erkenntnis meines Lebens, der Welt und nicht zuletzt Gottes. Gott führt den Menschen weiter durch Prüfungen und Läuterungen zu einer immer reineren, innigeren und immer mehr intimen Form der Gemeinschaft.

Ziel des Gebetes ist die vollkommene Vereinigung der Seele mit Gott, ohne sich jedoch zu vermischen. Gott ist und bleibt Gott. Mensch ist und bleibt Mensch.