Lebensraum

Die Welt sperrt uns in ein dunkles Zimmer, die Tür wird geschlossen und verriegelt, doch es gibt ein Fenster. Dort können wir sehen was uns entgeht. Das alles ist schmerzhaft, es tut weh. Allein in einem dunklen Zimmer eingeschlossen zu sein, das Zimmer nicht verlassen zu können und dabei auch noch zu sehen, wie lustig und munter es draußen zugeht. Dieses Druckmittel funktioniert wunderbar und die Welt macht es sich zunutze, um uns gefügig zu machen. Es gelingt ihr, wir lassen es zu.

Wir hätten es nicht nötig nach draußen zu schauen, wenn das Licht durch das Fenster unserer Herzen, in das Zimmer hineinbrechen würde. Das Licht nämlich, das Gott in uns ausstrahlt. Um dieses Licht zu bemerken, müssen wir uns jedoch in dieses dunkle Zimmer begeben (bzw. sperren lassen) und die Dunkelheit, Vereinsamung, Traurigkeit, Verwundung und was uns sonst noch bewusst wird, für eine Weile aushalten. Diese Weile, das können Tage, Wochen, Monate, oder sogar Jahre sein.

Doch es mag in der Hoffnung geschehen, dass irgendwann das Licht in uns und aus uns heraus (und zwar von Gott her) in diese Dunkelheit durchbricht. Darum halten wir’s aus! In Geduld. Harren wir aus und warten auf den Herrn Jesus Christus.

Vertrautheit mit Gott

Wie oft reden wir vertraut mit Gott über das was uns bewegt? Was uns wichtig, und sogar weniger wichtig ist? Ganz vertraut über unsere Familie, Ehe, Kinder, Haus/Wohnung, Arbeit, Schule usw. einfach über alles. Denn es ist undenkbar, dass Gott uns einfach in dieser vertraulicher Form zu Ihm sprechen lässt und niemals eine Antwort gibt. Meistens nicht in hörbaren Worten, aber z.B. durch Veränderungen, die nicht von uns bewusst angestrebt wurden, oder in Ereignissen usw.

Das ist es was uns so oft fehlt: das einfache, vertrauliche Gespräch mit Gott. Auch dann, wenn es anfangs sehr befremdlich wirkt. Ich selbst fange damit gerade erst an, glaube aber, dass dies ein guter und ein richtiger Weg ist.  Ein Weg der mich wirklich näher zu Gott führt und – wie ich hoffe – zu einer intensiven Begegnung, sowie einer innigen und liebevollen Beziehung zu Ihm.

Vergessen wir dabei aber nie, dass Gott vollkommen heilig und vollkommen rein ist; dass Er der Schöpfer ist, ohne Anfang und ohne Ende. Bei aller Vertrautheit, dürfen wir niemals unsere Ehrfurcht vor Gott vergessen, ablegen oder verlieren.

Du bist das Eigentum Gottes

Wie können wir denken, dass wir das Eigentum unserer Eltern sind? Oder sogar das Eigtum unserer selbst? Nein, weder unsere Eltern noch wir selbst sind in der Lage Leben zu er-zeugen. Gott hat uns die Fähigkeit geschenkt, Leben weiter zu geben; aber das macht uns nicht zu Schöpfern, die in der Lagen wären Leben zu machen. Das können wir nicht. sondern das kann nur Gott allein.

Wenn Gott aber der Geber meines Lebens ist, wem gehöre ich dann in Wahrheit? Etwa mir selbst, als sei ich selbst der Geber meines Lebens? Oder etwa meinen Eltern? Nein, Gott ist der Geber meines Lebens, darum gehöre ich nur Ihm allein!

Was heißt das eigentlich: „glauben an Gott“?

Grundsätzlich lässt sich sagen, zu glauben bedeutet zu vertrauen, auf jemanden zählen, oder fest hoffen – wie wir sagen. Von etwas felsenfest überzeugt sein.  Es ist aber mehr als einfach nur von der Existenz Gottes überzeugt zu sein. Zu glauben, dass es einen Gott gibt, der mehr oder weniger in das vergangene, aktuelle oder zukünftige Geschehen dieser Welt eingreift. Zu glauben bedeutet nicht nur, glauben an Gott, sondern: Gott glauben! „Ja Gott, ich glaube nicht nur an Dich, ich glaube Dir!“.

Doch selbst das ist m.E. noch zu kurz gegriffen. An Gott zu glauben und Gott zu glauben bekommt seinen eigentlichen Ausdruck, erst in der totalen Hingabe, Selbsthingabe an Gott. An Seinen heiligen Willen und Seine barmherzige Vaterliebe. Ihn wirklich zu suchen, sich zu erkennen… Sich von Ihm berühren und heilen zu lassen. Der hl. Apostel Paulus spricht sogar davon, sich mit Christus kreuzigen zu lassen.

Wie weit ist mein Glaube ausgeprägt? Glaube ich an Gott? Glaube ich Gott? Gebe ich mich Ihm hin? Falls ja, inwiefern? Oder lasse ich mich mit Christus kreuzigen…?

Wahrer Christ

Was bedeutet es eigentlich wirklich: Christ zu sein? Es bedeutet den anzuschauen, der uns vorangeht: Christus. Doch nicht einfach nur, um sich an Ihm satt zu sehen. Wenn auch dies sehr lobenswert und in allen Stücken sehr nützlich ist. Christ zu sein, bedeutet Christus anzuschauen, um Ihn nämlich nachzuahmen. Da wir aber nichts vermögen, wie können wir Ihn dann nachahmen? In der demütigen Annahme des Leids und der Leiden, die uns widerfahren. Er ist das Lamm Gottes; also ein Schaff, das sich hat hinschlachten lassen für das Leben Seiner Herde. So ist also jener ein wahrer Christ, der wie „das Leittier“, Leiden und Leid annimmt und sich hinschlachten lässt, in Demut, Frieden und Ruhe.

Annahme der Rettung

Gott kann uns retten, wenn wir erkennen, dass wir der Rettung bedürfen. Er kann heilen, wenn wir unser Ungemach erkennen und gewahr werden unserer Schuld, Sünde und Last. Wenn wir dann zu Ihm rufen, wenn wir dann aufrichtig zu Ihm rufen, dann kann Er uns erlösen. Dann erst ist Er wirklich unser Retter, Heiler und Erlöser. Denn aus welcher Dunkelheit soll Gott uns führen, wenn wir doch (vermeintlich) im Licht sind? Von welcher Schuld und Sünden waschen, wenn wir (vermeintlich) keine haben? Von welcher Last befreien, wenn wir (vermeintlich) keine tragen? Aus welcher Gefangenschaft befreien, wenn wir (vermeintlich) frei sind? So spricht der Herr: „die Gesunden brauchen keinen Arzt“.

Unsere Illusionen sind Windhauch

In Wahrheit ist es Gott, der uns von allen Illusionen befreifen will. Zum Beispiel wenn wir meinen, wir könnten irgendetwas in dieser Welt festhalten und „unser eigen“ nennen. Es fällt uns sehr, sehr schwer unsere Illusionen loszulassen. Wir klammern uns daran fest und wollen es nicht wahr haben, dass es nur ein Schein ist und dass wir in Wahrheit einen Windhauch festhalten wollen.